US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die gemeinsamen Militärübungen der Vereinigten Staaten mit Südkorea substanziell zu reduzieren. Das teilte er nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-AFX am Sonntag über seine Plattform Truth Social mit. Südkorea zählt zu den engsten Verbündeten Washingtons im asiatisch-pazifischen Raum.
Zur Begründung verwies Trump auf sein Verhältnis zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sowie auf die aus seiner Sicht hohen Kosten der Manöver. Er sei nicht glücklich darüber, dass die USA sich vor langer Zeit zur Teilnahme an gemeinsamen Übungen mit Südkorea verpflichtet hätten, schrieb er. Die Übungen seien nicht nur kostspielig, wobei ein großer Teil der Kosten von den Vereinigten Staaten getragen werde, sie senden nach seiner Darstellung auch ein unangemessenes und feindseliges Signal an ein Land, das sich während seiner Präsidentschaft respektvoll und ohne Drohgebärden verhalten habe.
Anweisung an den Verteidigungsminister
Eine vollständige Absage der Manöver schloss Trump aus: Dafür sei es zu spät. Stattdessen habe er Verteidigungsminister Pete Hegseth angewiesen, den Umfang der Übungen deutlich zu verringern. Trump bezeichnete Hegseth in seinem Beitrag als „Secretary of War“.
In demselben Beitrag stellte der Präsident einen Bezug zur US-Politik gegenüber Iran her. Er habe den südkoreanischen Präsidenten gefragt, ob sich das Land an der „Denuklearisierung der Islamischen Republik Iran“ beteiligen wolle. Die Antwort sei ablehnend ausgefallen. Trump selbst räumte in seinem Text ein, dass dieser Punkt mit den Manövern nur bedingt zusammenhänge. Die Absage Seouls zu einer US-Operation gegen Iran führte er dennoch im gleichen Zusammenhang an.
Seoul prüft die Äußerungen
Aus Südkorea kam eine zurückhaltende Reaktion. Die Regierung erklärte, sie prüfe die Äußerungen des US-Präsidenten. Gleichzeitig stellte sie klar, dass die bereits terminierten gemeinsamen Übungen wie geplant stattfinden werden. Weitere Details zu möglichen Konsequenzen für künftige Manöver wurden zunächst nicht genannt.
Damit bleibt offen, in welchem Umfang und ab wann die von Trump angekündigte Reduzierung tatsächlich greift. Der Präsident nannte in seinem Beitrag weder einen Zeitplan noch konkrete Übungen, die entfallen oder verkleinert werden sollen.
Bündnis reicht bis in die 1950er Jahre zurück
Trumps Position steht im Gegensatz zur Linie früherer US-Regierungen. Die militärische Zusammenarbeit beider Länder reicht bis in die 1950er Jahre zurück. Ihr Kern ist ein Verteidigungsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Südkorea, das im gemeinsamen Interesse geschlossen wurde, beide Bündnispartner gegen Nordkorea zu schützen. Pjöngjang gilt weiterhin als Risikofaktor in der Region, insbesondere wegen seines Nuklearprogramms und der Entwicklung interkontinentaler Raketen.
Gemeinsame Manöver sind seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil dieses Bündnisses. Nordkorea kritisiert die Übungen regelmäßig als Vorbereitung eines Angriffs, während Washington und Seoul sie als defensive Maßnahme zur Sicherung der Einsatzbereitschaft darstellen.
Camp Humphreys als zentraler Stützpunkt
Südkorea ist Standort von Camp Humphreys, der nach den vorliegenden Angaben größten US-Militäranlage im Ausland. Der weitläufige Stützpunkt liegt in Pyeongtaek und ist die Heimat von mehr als 41.000 US-Militärangehörigen. Er dient als zentrale Basis für die in Südkorea stationierten US-Streitkräfte, die United States Forces Korea.
Die Präsenz dieser Truppen ist neben dem Verteidigungsabkommen das zweite Fundament der Sicherheitsarchitektur auf der koreanischen Halbinsel. Zu einer Veränderung der Truppenstärke äußerte sich Trump in seinem Beitrag nicht; angekündigt wurde ausschließlich eine Rücknahme beim Umfang der gemeinsamen Übungen.
Was bislang offen ist
Belastbare Angaben zu den finanziellen Größenordnungen der Manöver, die Trump als kostspielig bezeichnete, liegen aus der Mitteilung nicht vor. Ebenso wenig ist bislang bekannt, wie das südkoreanische Verteidigungsministerium die Vorgabe aus Washington operativ umsetzen würde, sollte sie in konkrete Anweisungen an die US-Streitkräfte münden. Die Regierung in Seoul beschränkte sich zunächst auf den Hinweis, dass sie an den bereits festgelegten Übungsterminen festhält.
Aus Nordkorea gab es in der vorliegenden Meldung keine Reaktion auf Trumps Ankündigung. Auch eine förmliche Bestätigung der Anweisung durch das US-Verteidigungsministerium wurde zunächst nicht berichtet.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
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