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Der seit 2021 als Präsident der BaFin fungierende Schweizer mit vorherigen Stationen bei den Großbanken Credit Suisse und UBS ist der oberste Finanzaufseher der Bundesrepublik. Doch wer ist eigentlich der Mann, der für die Finanzstabilität Deutschlands verantwortlich ist?
Schweizer Banker mit Stationen bei Credit Suisse und UBS
Mark Branson wurde 1968 in Großbritannien geboren und besitzt sowohl die britische als auch die Schweizerische Staatsbürgerschaft. Er studierte Mathematik und Management Studies am renommierten Trinity College der Universität Cambridge und schloss ein Masterstudium im Bereich Operational Research an der Universität Lancaster ab. Laut BaFin begann seine Karriere im Jahr 1990 bei der Unternehmensberatung Coopers & Lybrand Management Consultancy in London. Ab 1994 wechselte er zur Schweizerischen Großbank Credit Suisse. Im Jahr 1997 wechselte er zur Konkurrenz UBS, wo er von 1999 bis 2005 als Leiter der weltweiten Kommunikation tätig war. Nach einer kurzen Tätigkeit in Japan war er zuletzt von 2008 bis 2009 als Chief Financial Officer der Business Division Wealth Management & Swiss Bank der UBS in Zürich tätig. Im Januar 2010, kurz nach Ausbruch der Finanzkrise, trat er die Position des Leiters der Bankenaufsicht bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) an.
Im Jahr 2014 übernahm Mark Branson die Position des Direktors bei der FINMA und bekleidete diese Position bis April 2021. Im August desselben Jahres wurde er dann zum Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ernannt, nachdem der vorherige Präsident Felix Hufeld im Zuge des Wirecard-Skandals zurückgetreten war. Laut SPIEGEL war es Ziel der BaFin, sich durch personelle Veränderungen organisatorisch neu auszurichten. Zusätzlich zu seiner Rolle als Präsident der BaFin ist Mark Branson Mitglied in mehreren Finanzstabilitäts-Gremien auf EU-Ebene.
Kritik wegen Credit Suisse-Skandalen
Die BaFin, dessen Ruf insbesondere aufgrund des Wirecard-Skandals schwer angeschlagen war, erhoffte sich laut Business Insider durch die Ernennung des Ausländers Branson einen Neustart der Behörde samt effektiverer und verbesserter Aufsicht. Obwohl die Nominierung durch den damaligen Finanzminister Olaf Scholz (SPD) aufgrund der langjährigen beruflichen Erfahrung und fachlichen Expertise Bransons laut FinanzBusiness parteiübergreifend überwiegend positiv bewertet wurde, geriet Branson aufgrund von Versäumnissen bei der Überwachung der Credit Suisse zuletzt ebenfalls in die Kritik. Im Jahr 2022 kamen eine Reihe von Skandalen ans Licht, die mit Geldwäsche und Missmanagement der Credit Suisse in Verbindung standen und Fragen zur Effektivität der Schweizerischen Finanzaufsicht aufwarfen. Da Branson langjähriger Präsident der Schweizerischen Aufsichtsbehörde war, gab es auch Kritik an seiner Rolle. „Die Enthüllungen um die Credit Suisse zeigen ein großes Versagen der Schweizer Finanzaufsicht. Hier muss sich auch Mark Branson Fragen stellen lassen“, so Gerhard Schick von der Bürgerbewegung Finanzwende.
Redaktion
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30 Kommentare
Es ist wichtig zu betonen, dass Branson ein Master in Operational Research von der Universität Lancaster hat. Wie setzt er dieses Wissen in seiner Arbeit bei der BaFin ein?
Ich frage mich, ob die Kritik an Branson übertrieben ist. Schließlich ist er erst seit 2021 Präsident der BaFin und kann nicht für alle Fehler der Vergangenheit verantwortlich gemacht werden.
Die Ernennung von Branson erfolgte durch Olaf Scholz. War dies eine rein fachliche Entscheidung, oder spielten auch politische Erwägungen eine Rolle?
Der Artikel erwähnt, dass die BaFin einen Rufschaden durch den Wirecard-Skandal erlitten hat. Wie groß ist dieser Schaden tatsächlich, und wie lange wird es dauern, ihn zu beheben?
Bransons Masterstudium in Operational Research an der Universität Lancaster könnte ihm bei der Analyse komplexer Finanzdaten zugutekommen. Nutzt er diese Fähigkeiten aktiv bei der Risikobewertung?
Bransons Karriereweg von Coopers & Lybrand über Credit Suisse und UBS bis zur BaFin ist beeindruckend. Allerdings wirft seine frühere Position bei der Credit Suisse, gerade im Hinblick auf die aktuellen Skandale, Fragen nach möglicher Interessenkonflikten auf.
Es ist bemerkenswert, dass Branson bereits kurz nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2010 Leiter der Bankenaufsicht bei der FINMA wurde. Hat diese frühe Erfahrung seine Herangehensweise an die Finanzstabilität geprägt?
Die Kritik, dass die Enthüllungen um die Credit Suisse ein großes Versagen der Schweizer Finanzaufsicht zeigen, ist hart. Welche Konsequenzen hat dies für Bransons Glaubwürdigkeit in Deutschland?
Laut SPIEGEL sollte die BaFin durch personelle Veränderungen neu ausgerichtet werden. Welche konkreten organisatorischen Änderungen hat Branson seit seiner Amtsübernahme vorgenommen?
Der Artikel erwähnt, dass der vorherige BaFin-Präsident, Felix Hufeld, im Zuge des Wirecard-Skandals zurücktrat. Welche konkreten Maßnahmen wurden ergriffen, um sicherzustellen, dass sich ein solcher Skandal nicht wiederholt?
Die Kritik an Branson wegen der Versäumnisse bei der Überwachung der Credit Suisse ist verständlich, da er zuvor eine führende Rolle bei der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) innehatte. Wie bewertet er diese Kritik selbst?
Die Tatsache, dass Branson nach dem Wirecard-Skandal ernannt wurde, deutet auf einen erheblichen Druck hin, die BaFin neu auszurichten. War die Wahl eines Schweizer Bankers wirklich die beste Lösung, um das Vertrauen in die deutsche Finanzaufsicht wiederherzustellen?
Die Erwähnung der Geldwäsche-Skandale im Zusammenhang mit der Credit Suisse im Jahr 2022 ist alarmierend. Welche Lehren hat die BaFin daraus gezogen, um ähnliche Probleme in Deutschland zu verhindern?
Es ist interessant zu sehen, dass die BaFin einen ‚Neustart‘ durch die Ernennung eines Ausländers wie Branson erhoffte. Ist das ein Zeichen dafür, dass man innerhalb der deutschen Finanzaufsicht keine geeigneten Kandidaten gefunden hat?
Es ist bemerkenswert, dass Mark Branson sowohl britische als auch die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt, besonders wenn man bedenkt, dass er nun die Finanzstabilität Deutschlands überwacht. Wie beeinflusst diese internationale Perspektive seine Entscheidungen bei der BaFin?
Die Tatsache, dass Branson Mitglied in mehreren Finanzstabilitäts-Gremien auf EU-Ebene ist, deutet auf eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der europäischen Finanzpolitik hin. Wie setzt er seine Expertise in diesen Gremien ein?
Die Tatsache, dass Branson in der Schweiz eine lange Karriere in der Finanzaufsicht hatte, könnte sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil sein. Er kennt die Branche gut, aber ist er unparteiisch genug?
Die Skandale um die Credit Suisse, die 2022 ans Licht kamen, sind ein Warnsignal. Wie kann die BaFin sicherstellen, dass solche Probleme in Deutschland nicht auftreten?
Es ist interessant zu sehen, dass die BaFin nach dem Wirecard-Skandal einen ‚Neustart‘ suchte. Glaubt man, dass die Ernennung von Branson tatsächlich zu einer effektiveren Aufsicht geführt hat, oder sind die Probleme weiterhin vorhanden?
Es ist interessant, dass der Artikel die Ernennung Bransons als ‚parteiübergreifend überwiegend positiv‘ bewertet. Gibt es auch kritische Stimmen aus der Politik?
Die Tatsache, dass Branson nach einer Tätigkeit in Japan zur UBS zurückkehrte, zeigt seine Anpassungsfähigkeit. Welche Erfahrungen hat er in Japan gesammelt, die ihm in seiner jetzigen Position nützlich sein könnten?
Das ist eine gute Frage! Interkulturelle Erfahrungen können bei der Beurteilung globaler Finanzrisiken sehr wertvoll sein.
Die Rolle des CFO bei UBS Wealth Management & Swiss Bank von 2008-2009 ist ein wichtiger Punkt in Bransons Werdegang. Hat diese Erfahrung seine Sicht auf Risikomanagement beeinflusst?
Der Artikel erwähnt, dass Branson von 1999 bis 2005 Leiter der weltweiten Kommunikation bei UBS war. Inwieweit könnte diese Erfahrung ihm helfen, die Kommunikation der BaFin zu verbessern und transparenter zu gestalten?
Bransons Studium der Mathematik am Trinity College in Cambridge deutet auf eine analytische Denkweise hin. Ist dies eine wichtige Eigenschaft für einen Finanzaufseher?
Ich frage mich, ob die lange Tätigkeit Bransons in der Privatbankenwelt seine Sichtweise auf die Regulierung von Finanzinstituten beeinflusst. Ist er in der Lage, unparteiisch zu agieren?
Die Ernennung von Branson wurde laut FinanzBusiness parteiübergreifend positiv bewertet. Welche spezifischen Qualifikationen und Erfahrungen führten zu dieser breiten Zustimmung?
Es ist wichtig, dass die BaFin nach dem Wirecard-Skandal und den Credit Suisse-Problemen ihre Aufsicht verbessert. Welche konkreten Schritte unternimmt Branson, um die Effektivität der Behörde zu steigern?
Die Stärkung der internen Kontrollmechanismen und die Förderung einer offeneren Kommunikationskultur sind wichtige Aspekte, die Branson angehen muss.
Die Betonung auf ‚effektivere und verbesserte Aufsicht‘ durch die Ernennung Bransons ist verständlich. Gibt es bereits messbare Ergebnisse, die diese Behauptung stützen?