Krones hatte für 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt. Davon rückt der Vorstand nun ab. Als Grund nennt das Unternehmen ungünstige Marktentwicklungen, die es auf geopolitische Belastungen und die daraus folgenden Kostensteigerungen für seine Kunden zurückführt.
WKN 633500 · ISIN DE0006335003
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 22. Oktober 2026
Das trifft Aktionäre doppelt: Nicht nur die diesjährige Zielmarke fällt kleiner aus – auch die Mittelfristplanung, an der sich viele Bewertungsmodelle orientierten, wird nach unten korrigiert. Ob und wann Krones wieder auf den alten Wachstumspfad zurückfindet, lässt die Mitteilung offen.
In den ersten neun Monaten 2026 erzielte Krones vorläufig einen Umsatz von rund 4.100 Millionen Euro. Bereinigt um Währungseffekte lag das Wachstum gegenüber dem Vorjahr bei 0,8 Prozent. Der währungsbereinigte Umsatz der ersten drei Quartale enthielt einen negativen Effekt von rund 20 Millionen Euro aus zurückerstatteten US-Zöllen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen belief sich in diesem Zeitraum vorläufig auf 453 Millionen Euro; bereinigt um den gegenläufigen positiven Zolleffekt von rund zehn Millionen Euro lag die entsprechende Marge bei voraussichtlich 10,8 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Vorstand nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von einem bis zwei Prozent. Das vierte Quartal wird nach Einschätzung des Unternehmens belastet, weil die schwierigen Rahmenbedingungen anhalten. Die Margenziele für 2026 bleiben dagegen unverändert: Die EBITDA-Marge soll zwischen 10,7 und 11,1 Prozent liegen, die Kapitalrendite – gemessen als ROCE – zwischen 19 und 20 Prozent.
Mittelfristziel 2028 neu gefasst
Schwerer wiegt die Anpassung der Mittelfristplanung. Für 2028 peilt Krones nun einen Umsatz von 6,0 bis 6,2 Milliarden Euro an – das bisherige Ziel von rund sieben Milliarden Euro wird damit deutlich unterschritten. Die angestrebte EBITDA-Marge für 2028 konkretisiert der Vorstand auf elf bis zwölf Prozent; bisher war eine Spanne von elf bis dreizehn Prozent genannt worden. Das ROCE-Ziel von mehr als 20 Prozent bestätigt der Vorstand für 2028.
Die Aktie schloss am Tag der Mitteilung bei 111,60 Euro und gab damit gegenüber dem Vortag rund drei Prozent nach.
Den vollständigen Quartalsbericht zum dritten Quartal 2026 will Krones wie geplant am 6. November vorlegen. Dann dürfte auch deutlicher werden, wie stark das Auftragsgeschäft im schwierigen Marktumfeld nachgegeben hat.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

