Bereits im August hatte die Deutsche Rohstoff AG ihre Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert. Nun folgt die zweite Anhebung innerhalb weniger Monate. Grund sind anhaltend hohe Ölpreise und eine Förderleistung, die die Planungen in weiten Teilen übertrifft. Anteilseigner sehen damit ein Unternehmen, das sein größtes Bohrprogramm der Unternehmensgeschichte planmäßig abwickelt und gleichzeitig von einem günstigeren Ölpreisumfeld profitiert. Ob das Niveau hält, hängt maßgeblich daran, wie sich der WTI-Preis in den verbleibenden zwei Monaten des Jahres entwickelt.
WKN A0XYG7 · ISIN DE000A0XYG76
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 27. Oktober 2026
Neue Prognose für Umsatz und Ergebnis
Die Deutsche Rohstoff AG erwartet für 2026 nun einen Umsatz von 340 bis 360 Millionen Euro. Bisher lautete das Basisszenario auf 300 bis 320 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll auf 420 bis 440 Millionen Euro steigen, nach zuvor 380 bis 400 Millionen Euro im Basisszenario. Die neue Prognose basiert auf einem angenommenen WTI-Ölpreis von 95 US-Dollar je Barrel für November und Dezember sowie einem erwarteten realisierten WTI-Durchschnittspreis von rund 88 US-Dollar je Barrel für das Gesamtjahr. Im dritten Quartal lag dieser Schnitt bei rund 87 US-Dollar, der Quartalsumsatz bei rund 110 Millionen Euro.
Von dem im Mittelwert erwarteten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von rund 430 Millionen Euro entfallen rund 270 Millionen Euro auf das laufende Öl- und Gasgeschäft. Die verbleibenden rund 160 Millionen Euro stammen aus dem Verkauf von Anteilen an Almonty Industries, der bis Mitte Juli 2026 stattfand. Seither wurden keine weiteren Almonty-Aktien veräußert.
Förderung übertrifft Erwartungen
Die Nettoproduktion im dritten Quartal lag bei rund 23.500 Barrel Öläquivalent pro Tag. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen einen weiteren Anstieg auf rund 26.000 BOEPD. Im Gesamtjahr soll die durchschnittliche Förderung damit erstmals die Marke von 19.000 BOEPD übersteigen. Grundlage dieses Produktionswachstums ist ein überarbeitetes Fertigstellungsdesign für neue Bohrungen, das die Produktivität je Bohrstrecke erhöht. Die in diesem Jahr von der US-Tochter 1876 Resources in Betrieb genommenen Bohrungen produzierten in den ersten 90 Tagen durchschnittlich rund 85.000 Barrel Öl je zwei Meilen Bohrlänge. Einige Bohrungen übertrafen diese Marke, andere nahmen die Produktion leicht verzögert auf.
Bohrprogramm auf der Zielgeraden
Ende September waren bereits 23 der 32 geplanten eigenen Bohrungen sowie neun nicht selbst betriebene Bohrungen in Produktion. Zwei weitere folgten bis Mitte Oktober, fünf weitere sollen im November anlaufen, die letzten zwei noch vor Jahresende. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 330 Millionen Euro und damit leicht über dem ursprünglichen Plan, was das Unternehmen auf gestiegene Dieselpreise zurückführt.
Das Hedgebuch umfasst aktuell rund 1,8 Millionen Barrel Öl mit Laufzeiten bis Ende 2028 und einem durchschnittlichen Sicherungspreis von rund 73 US-Dollar je Barrel. Für das Gesamtjahr werden Hedgingverluste von rund 16 Millionen US-Dollar erwartet, die bereits in der Prognose enthalten sind. Der überwiegende Teil dieser Verluste geht auf Absicherungsgeschäfte zurück, die vor dem Ölpreisanstieg Anfang März 2026 abgeschlossen wurden.
Die Aktie schloss am Tag der Mitteilung bei 90,80 Euro und legte damit gegenüber dem Vortag rund 3,9 Prozent zu. Ob die Jahresprognose tatsächlich erreicht wird, entscheidet sich an den Ölpreisen der verbleibenden zwei Monate.
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