Algene Holding SE sammelt frisches Kapital auf zwei Wegen gleichzeitig. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen am 19. Oktober eine Barkapitalerhöhung sowie die Ausgabe einer Wandelanleihe, bei der ein ungewöhnlicher Mechanismus greift: Im Wandlungsfall entstehen keine neuen Aktien.
Der Ausgabepreis für die neuen Aktien liegt bei 3,71 Euro je Stück – fünf Prozent unter dem zuletzt an der Börse Düsseldorf festgestellten Schlusskurs. Bestehende Aktionäre erhalten kein Bezugsrecht. Ausgegeben werden bis zu 808.625 neue Stückaktien, was rund 1,1 Prozent des bisherigen Grundkapitals entspricht. Das Gesamtvolumen der Barkapitalerhöhung beläuft sich auf bis zu drei Millionen Euro.
Wer die Aktie hält, sieht seinen Anteil durch die neuen Stücke leicht verwässert – jede neue Aktie macht die vorhandenen zu einem kleineren Bruchteil am selben Unternehmen. Der Abschlag gegenüber dem Börsenkurs gibt Investoren einen Anreiz zur Zeichnung, belastet aber gleichzeitig den Kurs der bestehenden Papiere.
Die synthetische Wandelanleihe
Parallel dazu begibt Algene eine Wandelanleihe mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu zwei Millionen Euro. Aufgeteilt wird sie in bis zu 2.000 Schuldverschreibungen zu je 1.000 Euro Nennwert. Der feste Zinssatz beträgt zwölf Prozent jährlich, zahlbar quartalsweise, bei einer Laufzeit vom 1. November 2026 bis zum 1. November 2029.
Die Anleihe ist als synthetische Wandelanleihe strukturiert. Das bedeutet: Übt ein Gläubiger sein Wandlungsrecht aus, erhält er keine neu geschaffenen Aktien, sondern bestehende Stücke aus dem Bestand der DN Group AG – der größten Aktionärin von Algene. Die DN Group AG stellt diese Aktien auf Basis einer gesonderten Vereinbarung mit der Gesellschaft bereit. Weil keine neuen Aktien entstehen, haben Aktionäre kein Bezugsrecht auf die Wandelschuldverschreibungen.
Der Wandlungspreis ist variabel und liegt bei achtzig Prozent des durchschnittlichen Börsenkurses vor dem jeweiligen Ausübungszeitraum, mindestens aber bei zwei Euro je Aktie. Gläubiger kaufen damit potenziell mit einem Abschlag auf den Marktpreis – zu welchem Kurs genau, hängt vom Zeitpunkt der Wandlung ab.
Die Angebotsfrist für die Wandelschuldverschreibungen beginnt am 21. Oktober 2026. Die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung sollen prospektfrei auf Grundlage eines Wertpapier-Informationsblatts angeboten werden, das nach Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht noch im Oktober auf der Unternehmenswebsite erscheinen soll.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

