Die kanadische Americas Gold and Silver Corporation (TSX: USA, NYSE American: USAS) hat für das am 30. Juni 2026 beendete zweite Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg gemeldet. Der konsolidierte Nettoumsatz stieg um 71 Prozent auf 46 Millionen US-Dollar, verglichen mit 27,0 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen höhere realisierte Metallpreise. Im ersten Halbjahr 2026 summierte sich der Umsatz auf 114 Millionen US-Dollar, ein Plus von 126 Prozent gegenüber 50,5 Millionen US-Dollar im Vergleichszeitraum. Damit erreichte der Produzent nach eigenen Angaben in sechs Monaten annähernd das Umsatzniveau des gesamten Geschäftsjahres 2025.
Ausschlaggebend war vor allem der Silberpreis: Der durchschnittlich realisierte Silberpreis lag im zweiten Quartal bei 67,04 US-Dollar je Unze, gegenüber 34,22 US-Dollar im Vorjahresquartal. Für das erste Halbjahr weist das Unternehmen 74,14 US-Dollar je Unze aus.
Produktion leicht rückläufig
Die Silberproduktion belief sich im Quartal auf 665.000 Unzen und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert. Die Silberäquivalentproduktion – eine Kennzahl, die Nebenmetalle über die realisierten Preise in Silberunzen umrechnet – erreichte rund 801.000 Unzen und damit 5 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2025. Enthalten waren 2,3 Millionen Pfund Blei, 0,9 Millionen Pfund Kupfer und 97.000 Pfund Antimon. Im ersten Halbjahr kam das Unternehmen auf rund 1,7 Millionen Silberäquivalentunzen, ein Plus von 2 Prozent.
Der Rückgang geht auf den Galena Complex in Idaho zurück. Dort sank die Silberproduktion auf etwa 328.000 Unzen, nach rund 420.000 Unzen im Vorjahresquartal. Gründe waren der verlängerte Stillstand für den Schachtumbau und ein kleinerer Elektrobrand im Juni, durch den der Zugang zu einem höhergradigen Abbaublock in das dritte Quartal verschoben wurde. Die Reparaturen im betroffenen Bereich sind nach Unternehmensangaben abgeschlossen. Die geplante 14-tägige Abschaltung für die zweite Ausbaustufe war zuvor um zwei Wochen verlängert worden.
Gegenläufig entwickelte sich die Cosalá-Mine im mexikanischen Sinaloa. Cosalá lieferte 337.000 Silberunzen, ein Plus von 26 Prozent gegenüber rund 269.000 Unzen im Vorjahresquartal. Als Treiber nennt das Unternehmen höhere Silbergehalte und bessere Ausbringungsraten bei geringeren Tonnagen. Für das Projekt EC120 wurde zum 1. Januar 2026 die kommerzielle Produktion erklärt. Im Erzkörper San Rafael Main Central wurde der Abbau eingestellt, was die Zink- und Bleiproduktion im laufenden Geschäftsjahr drückt.
Kosten und Ergebnis
Die Herstellkosten je verkaufter Silberäquivalentunze lagen im Quartal bei 32,05 US-Dollar, die Cash-Kosten bei 25,68 US-Dollar und die All-in-Sustaining-Kosten (AISC) bei 40,63 US-Dollar je verkaufter Silberunze. Im Halbjahr betrugen die Werte 28,33, 24,48 und 36,92 US-Dollar. Deutliche Unterschiede bestehen zwischen den Standorten: In Cosalá sanken die Cash-Kosten auf 16,91 US-Dollar je Unze, von 30,61 US-Dollar im Vorjahr, gestützt durch höhere Kupfer-Nebenproduktgutschriften. Am Galena Complex stiegen sie hingegen von 23,39 auf 35,26 US-Dollar je Unze, unter anderem wegen geringerer Verkaufsmengen und eines höheren Einsatzes von Fremdfirmen.
Unter dem Strich verbuchte Americas einen Nettoverlust von 5,0 Millionen US-Dollar oder 0,02 US-Dollar je Aktie, nach einem Verlust von 15,0 Millionen US-Dollar bzw. 0,06 US-Dollar je Aktie im Vorjahresquartal. Belastend wirkten Währungsverluste, Verluste aus Derivaten und ein höherer Steueraufwand. Das bereinigte Ergebnis lag bei einem Verlust von 0,9 Millionen US-Dollar, das bereinigte EBITDA bei einem Gewinn von 12,0 Millionen US-Dollar, nach einem bereinigten EBITDA-Verlust von 4,1 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor. Im Halbjahr wies das Unternehmen einen Nettogewinn von 5,0 Millionen US-Dollar aus.
Schuldenabbau und Bilanz
Americas löste variable Silber- und Gold-Lieferverpflichtungen im Volumen von rund 76 Millionen US-Dollar ab. Am 20. Mai 2026 wurde die restliche Silberlieferverpflichtung gegenüber Eric Sprott durch die Ausgabe von 7.956.696 Stammaktien beglichen, am 10. Juni 2026 die Goldverpflichtung gegenüber Royal Gold durch Lieferung von 5.000 Unzen Gold sowie 2.652.532 Stammaktien. Damit entfallen künftig Bewertungseffekte dieser Instrumente aus Gold- und Silberpreisänderungen in der Erfolgsrechnung. Zum 30. Juni 2026 verfügte das Unternehmen über 88,9 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln und ein Working Capital von 48,6 Millionen US-Dollar, nach 67,5 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025.
Ausbau in Idaho abgeschlossen
Die zweite Ausbaustufe am Schacht Nr. 3 des Galena Complex ist abgeschlossen. Die Förderkapazität steigt dadurch um rund 150 Prozent, die Nutzlast je Fördergefäß um 40 Prozent. Die Förderrate erhöhte sich laut Unternehmen von etwa 42 auf dauerhaft 85 Short Tons pro Stunde mit Spitzenwerten von 105. Die Investition für Phase 2 belief sich auf rund 1,1 Millionen US-Dollar. Mit beiden Phasen zusammen soll der Schacht eine Kapazität von 1.350 Tonnen pro Tag erreichen.
Die Jahresprognose von 3,2 bis 3,6 Millionen Silberunzen bei AISC von 30 bis 35 US-Dollar je Unze bestätigte das Unternehmen, wobei die Produktion im zweiten Halbjahr höher ausfallen soll. Für Investitionen sind insgesamt 90 bis 120 Millionen US-Dollar vorgesehen, davon 60 bis 80 Millionen US-Dollar Wachstumskapital. Das Explorationsbudget liegt bei 15 bis 20 Millionen US-Dollar. Gemeinsam mit dem Joint-Venture-Partner US Antimony arbeitet Americas zudem an Planung und Bau einer Verarbeitungsanlage für Antimon.
Quelle: Nachrichten Ticker - Kategorie: Pressemitteilungen - www.wallstreet-online.de
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