Seit Jahren entwickelt AustriaEnergy International Energieprojekte in Chile. Im ersten Halbjahr 2026 zeigt sich erstmals seit dem Vorjahreszeitraum wieder ein positives Ergebnis – und zwei Großprojekte rücken in eine neue Phase.
Der Jahresüberschuss stieg von minus 0,5 Millionen Euro auf 0,2 Millionen Euro. Wer die Anleihe des Wiener Unternehmens hält, sieht damit, dass die Projektentwicklung zunehmend Erlöse trägt – auch wenn der Weg bis zu abgeschlossenen Transaktionen noch offen ist.
Wasserstoffprojekt in Magallanes genehmigt
Im August 2026 erteilten die chilenischen Behörden die vollständige Umweltgenehmigung für die erste Phase des Grün-Wasserstoff- und Grün-Ammoniak-Projekts in der Region Magallanes. Die Genehmigung umfasst alle Komponenten: Windpark, Produktionsanlagen, Hafen, Meerwasserentsalzung und Lagerinfrastruktur.
AustriaEnergy will nun das sogenannte Front-End Engineering Design anstoßen und auf dieser Grundlage verbindliche Angebote an potenzielle Abnehmer stellen. Wann eine finale Investitionsentscheidung fällt, hängt laut Unternehmen maßgeblich vom Abschluss langfristiger Abnahmeverträge und von der weiteren Entwicklung des europäischen Wasserstoffmarkts ab. Daneben prüft das Unternehmen, ob der Standort Magallanes – mit seinen niedrigen Jahrestemperaturen – auch für die Energieversorgung von Rechenzentren geeignet ist.
Windpark-Verkauf und weitere Projekte
Parallel läuft der Verkaufsprozess für den baureifen 133-Megawatt-Windpark in Ancud. Den Kaufvertrag will AustriaEnergy noch im laufenden Jahr unterzeichnen, sobald der Investor den Eigenkapitalnachweis vorgelegt hat.
Zwei Photovoltaik- und Speicherprojekte mit geplanten Leistungen von rund 391 Megawatt und rund 220 Megawatt sollen in den kommenden sechs Monaten ihre Umweltgenehmigungen erhalten. Die Baureife ist jeweils bis Ende 2027 vorgesehen. Für das kleinere der beiden Vorhaben verzeichnet das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits Anfragen potenzieller Käufer.
Ergebnis und Finanzkennzahlen
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag im ersten Halbjahr 2026 bei 0,5 Millionen Euro, nach 0,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich von minus 0,5 Millionen Euro auf 0,2 Millionen Euro. Ausschlaggebend war laut Mitteilung ein deutlich besseres Finanzergebnis. Der operative Cashflow blieb negativ, verbesserte sich aber von minus 2,4 Millionen Euro auf minus 1,4 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag zum 30. Juni 2026 bei 23,0 Prozent, nach 23,5 Prozent zum Jahresende 2025.
Ob der Windparkverkauf noch in diesem Jahr zum Abschluss kommt, hängt allein vom Investor ab – dessen Eigenkapitalnachweis steht noch aus.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

