Listen to the article
16.06.2026 –
Ob das Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA den Konflikt dauerhaft löst, bleibt eine offene Frage. Die Details, die bisher bekannt sind, deuten darauf hin, dass das brutale Mullah-Regime in
Teheran in den Verhandlungen mehr erreicht hat als die USA. Aber für die Weltwirtschaft ist das Öffnen der Straße von Hormus eine gute Nachricht. Damit zeichnet sich auch für Deutschland ein Ende
der Stagflation ab.
Seit Ende April haben wir unsere Prognosen für Wirtschaft und Finanzmärkte auf die Annahme gestützt, dass sich der Iran-Konflikt im Juni entspannen würde. Konkret hatten wir angenommen, dass der
Preis für ein Fass Öl der Sorte Brent von $120 im April dann im Juni auf etwa $90 fallen und bis Januar 2027 weiter auf $75 zurückgehen würde. Das US-iranische Rahmenabkommen und die Reaktion der
Märkte darauf passen zu dieser Annahme.
Die Unsicherheit bleibt zwar hoch. Bei den weiteren Verhandlungen sitzt Teheran wahrscheinlich am längeren Hebel, da US-Präsident Trump auch mit Blick auf die Zwischenwahlen zum Kongress am 3.
November einen erneuten und höchst unpopulären Anstieg der Ölpreise wahrscheinlich vermeiden möchte. Geopolitisch hat Trump die Position der USA durch seinen Krieg gegen den Iran wohl erheblich
geschwächt. Aber weil er eine neue Ölpreisexplosion vermeiden möchte, rechnen wir damit, dass die Straße von Hormus im weiteren Jahresverlauf nicht wieder für längere Zeit voll geschlossen wird.
Bei einer schrittweisen Rückkehr zu normaleren Ölpreisen können sich das Geschäftsklima und die derzeit sehr gedrückte Stimmung der privaten Verbraucher in Deutschland und Europa in den kommenden
Monaten wieder bessern. Auch der Inflationsdruck dürfte in einigen Monaten spürbar abnehmen, ohne dass es dazu einer geldpolitischen Intervention bedurft hätte. Obwohl die Europäische Zentralbank
mit dem unnötigen Straffen ihrer Geldpolitik am vergangenen Donnerstag der Konjunktur einen neuen Dämpfer versetzt hat, werden Deutschland und die Eurozone wahrscheinlich nach einer Stagflation im
zweiten Quartal und einem Mini-Zuwachs der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal wohl ab dem Herbst wieder auf den Wachstumspfad einschwenken. Sollte die EZB allerdings ihre Leitzinsen noch einmal
anheben, könnte dies den Wiederaufschwung gefährden.
Den vollständigen Artikel hier lesen


6 Kommentare
Great insights on Fonds-News. Thanks for sharing!
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.
Solid analysis. Will be watching this space.
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
Interesting update on Dr. Holger Schmieding (Berenberg): Kurzkommentar zum Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA. Looking forward to seeing how this develops.
Good point. Watching closely.