Im dritten Quartal 2025 hatte Dräger sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern mehr als verdoppelt – begünstigt durch Nachholeffekte und eine moderate Kostenentwicklung. Ein Jahr später ist die Ausgangslage eine andere: Der Vergleichswert ist hoch, die Funktionskosten sind stärker gestiegen als der Umsatz.
WKN 555060 · ISIN DE0005550602
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 14. Oktober 2026
Das schlägt sich in der Ergebniskennzahl nieder. Auf vorläufiger Basis erzielte Dräger im dritten Quartal 2026 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von rund 48 Millionen Euro – nach 56,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die entsprechende Marge sank auf rund 5,6 Prozent, verglichen mit 6,8 Prozent ein Jahr zuvor. In beiden Werten sind Zollrückerstattungen von 20,1 Millionen Euro enthalten, die die Bruttomarge auf rund 47,5 Prozent hoben; ohne sie wäre der Rückgang deutlicher ausgefallen.
Auf der Umsatzseite verlief das Quartal stabiler. Der Konzernumsatz stieg nominal um 2,1 Prozent auf rund 851 Millionen Euro. Die Sicherheitstechnik legte währungsbereinigt um 4,1 Prozent auf rund 381 Millionen Euro zu, während die Medizintechnik mit rund 469 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahreswert blieb.
Sicherheitstechnik trägt den Auftragseingang
Beim Auftragseingang zeigt sich ein deutlicherer Schwung. Er wuchs im dritten Quartal nominal um 8,2 Prozent auf rund 926 Millionen Euro. Treiber war die Sicherheitstechnik: Dort stieg der Auftragseingang nominal um 21,7 Prozent auf rund 452 Millionen Euro, getragen von hoher Nachfrage in Deutschland, Amerika sowie der Region Asien-Pazifik. In der Medizintechnik ging er dagegen um nominal 2,2 Prozent auf rund 474 Millionen Euro zurück.
Für die ersten neun Monate des Jahres ergibt sich ein freundlicheres Bild. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 5,3 Prozent auf rund 2,45 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich auf rund 112 Millionen Euro – nach 77,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Darin enthalten sind Einmaleffekte aus Zollrückerstattungen von insgesamt 27,9 Millionen Euro, davon 3,8 Millionen Euro, die Zahlungen aus dem laufenden Geschäftsjahr betreffen und daher ergebnisneutral sind.
Prognose unverändert
Der Rückgang im Ergebnis des dritten Quartals verändert die Erwartungen für das Gesamtjahr nicht. Dräger bestätigt die Prognose: einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 2,0 bis 6,0 Prozent und einer Ergebnismarge vor Zinsen und Steuern von 6,0 bis 8,0 Prozent. Die vollständige Quartalsmitteilung soll am 29. Oktober 2026 erscheinen.
Die Dräger-Stammaktie schloss am Tag der Mitteilung bei 89,80 Euro und gab damit gegenüber dem Vortag rund 2,8 Prozent nach.
Ob die Prognose im vierten Quartal ohne weitere Sondereffekte haltbar bleibt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Funktionskosten entwickeln – dazu äußerte sich Dräger nicht.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

