Der Vorstand der Hoftex Group AG hat beschlossen, die Notierung der Aktien im Münchner Freiverkehrssegment m:access zu beenden und den Widerruf der Börseneinbeziehung zu beantragen. Das Unternehmen verlässt damit vollständig den organisierten Börsenhandel – eine andere Handelsplattform soll nach dem Delisting nicht genutzt werden.
Den Antrag beim genehmigten Freiverkehr stellt der Vorstand kurzfristig. Über den genauen Zeitpunkt der Notierungseinstellung entscheidet anschließend die Geschäftsführung der Börse München nach deren Geschäftsbedingungen. Ein konkretes Abschlussdatum nannte das Unternehmen noch nicht.
Wer Hoftex-Aktien hält, verliert mit dem Delisting den geregelten Handelsplatz. Die Hauptaktionärin ERWO Holding Aktiengesellschaft, die rund 84,8 Prozent der Aktien hält, beabsichtigt daher, den übrigen Anteilseignern ein freiwilliges Erwerbsangebot zu unterbreiten – zu einem Preis von 4,65 Euro je Aktie. Die Annahmefrist soll am oder um den 28. September 2026 beginnen und am 28. Oktober 2026 enden. Die vollständige Angebotsunterlage war zum Zeitpunkt der Mitteilung noch nicht veröffentlicht.
Als Begründung für den Rückzug führt das Unternehmen an, dass der wirtschaftliche Nutzen der Börsennotierung den damit verbundenen Aufwand nicht mehr rechtfertige. Direkte und indirekte Kosten sowie gebundene Managementkapazitäten stehen nach Einschätzung des Vorstands nicht mehr in angemessenem Verhältnis zu den Vorteilen. Mit dem Delisting rechnet das Unternehmen mit einer spürbaren Entlastung beim Verwaltungs- und Kostenaufwand.
Für Minderheitsaktionäre läuft die Zeit: Wer das Angebot nicht annimmt, hält Anteile an einem Unternehmen ohne Börsennotierung, für das kein geregelter Marktpreis mehr existiert. Ob und wie sich Anteile nach dem Delisting noch veräußern lassen, bleibt offen.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

