Das dritte Quartal verlief für STEICO spürbar besser als der Jahresbeginn. Ein witterungsbedingter Einbruch im ersten Quartal hinterließ jedoch deutliche Spuren in den Zahlen für die ersten neun Monate 2026.
WKN A0LR93 · ISIN DE000A0LR936
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 13. Oktober 2026
Anleger, die den Jahresverlauf verfolgen, sehen zweierlei: ein Quartal, das den Rückstand deutlich verkleinert, und einen kumulierten Rückstand, der noch nicht aufgeholt ist. Wie viel davon im letzten Quartal noch korrigiert werden kann, hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Konjunktur nicht weiter verschlechtert.
Drittes Quartal mit klarer Erholung
Im dritten Quartal erzielte STEICO einen Umsatz von 100,7 Millionen Euro, rund neun Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Dabei weist das Unternehmen selbst darauf hin, dass das Vorjahresquartal durch Lieferverzögerungen nach einem Produktionsstörfall beeinträchtigt war und der Vergleich deshalb mit Vorsicht zu lesen ist.
Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwirtschaftete STEICO im dritten Quartal 18,1 Millionen Euro – das EBITDA – und damit rund 15 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im dritten Quartal um knapp 30 Prozent auf 10,3 Millionen Euro, nach 7,9 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die EBIT-Marge des Quartals lag bei 9,9 Prozent im Verhältnis zur Gesamtleistung.
Neunmonatsbilanz unter Vorjahr
Über die ersten neun Monate hinweg wuchs der Umsatz um 3,1 Prozent auf 301,0 Millionen Euro. Das EBITDA für die ersten neun Monate fiel mit 47,1 Millionen Euro um gut elf Prozent unter den Vorjahreswert. Das EBIT lag mit 24,9 Millionen Euro rund 17 Prozent unter dem Vorjahreswert; die entsprechende Marge beläuft sich auf 8,3 Prozent.
Als Ursachen nennt STEICO das witterungsbedingt schwache erste Quartal sowie anhaltend hohe Energie- und Rohstoffkosten. Hinzu kommen strukturelle Belastungen: Der Markt für Holzfaser-Dämmstoffe leidet weiterhin unter Überkapazitäten und Preisdruck, und der Nachfrageeinbruch bei Baugenehmigungen aus den Jahren 2023 und 2024 wirkt sich erst mit Verzögerung auf den tatsächlichen Baustellenbetrieb aus.
Prognose für 2026 konkretisiert
Die Unternehmensleitung engte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf ein Wachstum zwischen null und vier Prozent gegenüber dem Vorjahr ein, nachdem zuvor eine Spanne von minus zwei bis plus vier Prozent galt. Das entspräche einem Jahresumsatz zwischen rund 382,9 Millionen Euro und 398,2 Millionen Euro. Beim EBIT rechnet STEICO nun mit 30,6 bis 35,0 Millionen Euro, was einer Marge von 8,0 bis 8,8 Prozent entsprechen würde. Das obere Ende der früheren Margenprognose von 9,5 Prozent ist damit weggefallen.
Die STEICO-Aktie schloss am Tag der Mitteilung unverändert bei 17,00 Euro. Ob das vierte Quartal die verbliebene Lücke zum Vorjahresniveau schließt, hängt nach Angaben des Unternehmens vor allem davon ab, dass sich die Konjunkturaussichten nicht weiter verschlechtern.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

