Das kanadische Explorationsunternehmen Storm Exploration Inc. (TSX-V: STRM) hat nach eigenen Angaben die Genehmigung für Explorationsbohrungen auf dem Projekt Gold Standard erhalten. Das vollständig im Eigenbesitz befindliche Projekt liegt rund 60 Kilometer nördlich von Fort Frances im Nordwesten der kanadischen Provinz Ontario. Die Mitteilung wurde am 19. August 2026 aus Vancouver veröffentlicht.
Nach Unternehmensangaben soll die Bohrkampagne im dritten Quartal beginnen. Im Fokus steht dabei eine großflächige Zielstruktur, die als vulkanogene Massivsulfid-Lagerstätte (englisch: Volcanogenic Massive Sulphide, kurz VMS) interpretiert wird. Bei VMS-Systemen handelt es sich um Erzkörper, die durch hydrothermale Prozesse am Meeresboden entstanden sind und typischerweise Kupfer, Zink, Blei sowie Edelmetalle enthalten können.
Genehmigung deckt die gesamte Zielstruktur ab
Die erteilte Erlaubnis ist nicht auf einzelne Bohrpunkte begrenzt: Laut Storm Exploration erlaubt der Permit Bohrungen über die gesamte fünf Kilometer lange VMS-Zielstruktur. Damit entfällt die Notwendigkeit, für einzelne Abschnitte des Zielgebiets separate Anträge zu stellen.
Zeitlich ist die Genehmigung ebenfalls großzügig bemessen. Sie gilt für einen Zeitraum von drei Jahren und gibt dem Unternehmen damit Spielraum für mehrere Arbeitsphasen, ohne dass eine Verlängerung unmittelbar nach dem ersten Bohrprogramm erforderlich würde.
Für die praktische Umsetzung hat Storm bereits einen Ausschreibungsprozess eingeleitet. Das Unternehmen teilte mit, dass eine Anfrage für bis zu 3.000 Bohrmeter an mehrere Dienstleister versandt wurde. Angaben zu den erwarteten Kosten des Programms, zur Finanzierung oder zu einem konkreten Termin für die Vergabe des Auftrags enthält die Mitteilung nicht.
Bruce Counts spricht von wichtigem Meilenstein
Firmenchef Bruce Counts, President und CEO von Storm Exploration, ordnete die Genehmigung als Zwischenschritt in der Projektentwicklung ein. Nach seinen Worten sei der Weg damit frei, das VMS-Ziel auf Gold Standard erstmals durch Bohrungen zu testen und zu bewerten. Die bisherigen Arbeiten hätten aus seiner Sicht bereits aussagekräftige Ergebnisse geliefert.
„Der Erhalt der Bohrgenehmigung macht den Weg frei, um das VMS-Ziel bei Gold Standard zu testen und zu bewerten. Es ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur weiteren Exploration des Projekts“, so Bruce Counts.
Geophysik von 2022 lieferte das Zielgebiet
Grundlage der Zielstruktur ist eine geophysikalische Befliegung aus dem Jahr 2022. Bei der sogenannten VTEM-Messung – einem elektromagnetischen Verfahren aus der Luft, das Unterschiede in der elektrischen Leitfähigkeit des Untergrunds erfasst – wurde eine klar abgegrenzte, fünf Kilometer lange Leitfähigkeitsanomalie identifiziert. Storm interpretiert diese Anomalie als Hinweis auf ein VMS-System. Solche Anomalien entstehen unter anderem dort, wo Sulfidmineralisierung im Untergrund vorhanden ist.
Historische Bohrungen aus den Jahren 1969 und 1970
Gestützt wird die Interpretation nach Unternehmensangaben durch Bohrkerne aus vier flachen historischen Bohrungen, die die International Nickel Co. of Canada Limited (Inco) in den Jahren 1969 und 1970 auf dem Gelände niedergebracht hatte. Diese Bohrungen wurden mit einem Gerät mit kleinem Bohrdurchmesser ausgeführt und sämtlich in weniger als 50 Metern Tiefe beendet. Belastbare Aussagen über tiefere Bereiche der Struktur lassen sie damit nicht zu.
Zwei der vier Bohrungen trafen laut Storm auf nennenswerte Sulfidabschnitte. Bohrung 42800 durchteufte demnach ein 21 Meter mächtiges Intervall mit wechselnden Massivsulfiden und Sulfidgängen, in dem Pyrrhotin, Chalkopyrit und Sphalerit auftraten – Minerale, die auf Eisen, Kupfer und Zink hinweisen. Bohrung 42727 traf ab einer Tiefe von 14,9 Metern auf ein 19 Meter langes Intervall aus massivem Pyrit mit geringeren Anteilen Chalkopyrit, daran anschließend folgte fein verteilter Pyrit mit wenig Pyrrhotin bis zum Bohrende bei 44,8 Metern. Gehaltsangaben zu diesen historischen Abschnitten nennt die Mitteilung nicht.
Alle vier Inco-Bohrungen durchschnitten nach Angaben des Unternehmens veränderte und gescherte mafische bis ultramafische Vulkanite. In drei Bohrungen sei eine nennenswerte fein verteilte bis semi-massive Mineralisierung aus Pyrit, Pyrrhotin, Chalkopyrit und Sphalerit dokumentiert. Die beobachtete hydrothermale Alteration mit Chlorit, Pyrit, Pyrrhotin und Magnetit in einem schiefrigen Wirtsgestein sei mit einem VMS-Umfeld in einem Grünsteingürtel vereinbar.
Offene Punkte
Wie viele Bohrlöcher tatsächlich gebohrt werden, welche Abschnitte der Struktur zuerst getestet werden und wann erste Analyseergebnisse vorliegen, hat Storm Exploration nicht mitgeteilt. Auch ein konkretes Startdatum der Bohrungen bleibt offen – genannt wird lediglich das dritte Quartal als Zeitfenster.
Quelle: Nachrichten Ticker - Kategorie: Analysen - www.wallstreet-online.de
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