Die kanadische TruSilver Metals Corp. hat am Silberprojekt Sturgis-Walton in der Provinz Nova Scotia zwei Bohrlöcher aus den 1960er-Jahren auf 464 und 712 Meter verlängert. Ursprünglich waren die Löcher S68-5 und S70-1 nur 335 beziehungsweise 371 Meter tief niedergebracht worden; nach Unternehmensangaben hatten die damaligen Bohrbedingungen ein Erreichen der geplanten Endtiefen verhindert. Mitgeteilt wurde die Kampagne von Galaxy Ventures Inc., einer an der TSX Venture Exchange notierten Kapitalpoolgesellschaft, die TruSilver im Rahmen einer sogenannten Qualifying Transaction übernehmen will.
Bei einer Qualifying Transaction bringt eine Mantelgesellschaft ohne operatives Geschäft ein tatsächliches Vermögenswert-Portfolio ein, um an der Börse regulär gelistet zu werden. Die Aktionäre von TruSilver haben die Transaktion am 4. August 2026 genehmigt. Galaxy beantwortet nach eigenen Angaben derzeit Rückfragen der TSX-V zum eingereichten Antrag; beide Seiten arbeiten daran, die verbleibenden Bedingungen zu erfüllen. Für die künftige Gesellschaft wurde das Börsenkürzel "TAG" reserviert – die Reservierung stellt laut Mitteilung ausdrücklich keine Genehmigung der Transaktion oder der Notierung dar.
Baryt, Siderit und Sulfide unter den alten Bohrtiefen
Bei der ersten geologischen Aufnahme der neu gewonnenen Bohrkerne wurden nach Angaben des Unternehmens reichlich Baryt, stark sideritisierte Karbonate und begleitende Sulfidadern innerhalb des als aussichtsreich eingeschätzten Gesteinshorizonts festgestellt – also unterhalb jener Tiefen, die die historischen Bohrungen erreicht hatten. Im Loch S70-1Ext wurden zwischen etwa 543 und 593 Metern wiederholt feinkörnige, verteilte Sulfide protokolliert. Sulfide sind Metall-Schwefel-Verbindungen, in denen Basismetalle und Silber häufig vorkommen.
45 repräsentative Kernproben aus den verlängerten Abschnitten wurden an Activation Laboratories Ltd. in Ancaster, Ontario, geschickt, ein unabhängiges, nach ISO/IEC 17025:2017 akkreditiertes Labor. Die Analyseergebnisse liegen noch nicht vor und sollen nach Erhalt und Prüfung veröffentlicht werden. Das Unternehmen weist darauf hin, dass es sich bislang um visuelle Beobachtungen handelt, die weder Vorkommen noch Gehalte einer Mineralisierung belegen.
Bezug zur früheren Walton-Mine
Die an das Projekt angrenzende Walton-Mine war von 1941 bis 1978 in Betrieb und startete als Baryt-Tagebau. Baryt ist ein schweres weißes Mineral, das zur Beschwerung von Bohrflüssigkeiten in der Öl- und Gasindustrie verwendet wird. 1955 wurde unter der Barytlagerstätte eine massive Blei-Zink-Kupfer-Silber-Sulfidmineralisierung entdeckt, eingebettet in eine sideritisierte Brekzienzone. Historische Aufzeichnungen beschreiben Produktionsgehalte von 350 bis 933 Gramm Silber je Tonne sowie Bohrabschnitte mit bis zu 5.754 Gramm Silber je Tonne. Diese historischen Angaben zur Nachbarmine sind nicht unabhängig verifiziert und laut Mitteilung nicht zwingend aussagekräftig für das TruSilver-Projekt.
Michael Gross, Chief Executive Officer von TruSilver, ordnete die Befunde so ein:
"Wir haben diese Löcher vertieft, um geophysikalische Messgeräte hineinzubringen, und haben mehr davon mitgenommen. Zum ersten Mal können wir die Geologie unterhalb der Stelle betrachten, an der die historischen Bohrer aufhörten."
Geophysik soll Ziele schärfen
In beiden verlängerten Löchern wurden PVC-Verrohrungen eingebaut, um Messungen im Bohrloch zu ermöglichen. Abitibi Geophysics soll noch in dieser Woche zum Projekt mobilisieren und dort Gravilog-Gravimetrie- sowie elektromagnetische Bohrlochmessungen beginnen. Die Gravilog-Messung erfasst Dichteunterschiede im Gestein rund um das Bohrloch, die elektromagnetische Messung prüft auf leitfähige Reaktionen, wie sie mit Sulfidmineralisierung einhergehen können. Anschließend ist eine verfeinerte AMT-Vermessung am Boden durch Advanced Geophysical Operations and Services über dem breiteren Anomaliegebiet geplant.
Die neuen Daten sollen mit den vorhandenen geologischen, gravimetrischen, magnetischen und dreidimensionalen Modellierungsdatensätzen zusammengeführt werden. Ziel ist es, Strukturen in der Tiefe zu kartieren und Lage sowie Ausrichtung der wichtigsten Bohrziele festzulegen. Auf dieser Grundlage soll das vollständig genehmigte Herbst-Bohrprogramm gesteuert werden; Laborergebnisse und Geophysik werden nach Unternehmensangaben in den kommenden Wochen erwartet.
Das Projekt in Zahlen
- Sturgis-Walton liegt in Hants County, rund 70 Kilometer nordwestlich von Halifax und vier Kilometer westlich des Dorfes Walton.
- Das Projekt umfasst 1.120 Hektar mit 70 Claims in drei Explorationslizenzen; TruSilver hält 100 Prozent, frei von Royalties.
- Eine Explorationsgenehmigung für Kronland erlaubt Bohrungen an drei Standorten und ist bis 2028 gültig.
- Historisch wurden im Sturgis-Gebiet in den späten 1960er-Jahren 38 Löcher gebohrt, 22 davon tiefer als 200 Meter, zehn tiefer als 300 Meter.
- Eine 2023 abgeschlossene Bohrung über 557 Meter durchschnitt laut Unternehmen zwei mineralisierte Zonen mit Silber und Kupfer.
- Geplant ist ein Phase-1-Programm mit mindestens zwei neuen Bohrlöchern, gefolgt von einem größeren Phase-2-Programm über rund 3.500 Meter.
Die wissenschaftlich-technischen Angaben der Mitteilung wurden von Jim Michaelis, P.Geo., geprüft und genehmigt. Er ist Qualified Person nach dem kanadischen Standard NI 43-101, zugleich aber Direktor und Vice President Exploration von TruSilver und damit nicht unabhängig vom Unternehmen.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
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