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Zentralbanken wollen so viel Gold kaufen wie nie. Der World Gold Council sieht ein klares Krisensignal. Und: Eine brisante Grafik stellt sogar die Stärke der US-Wirtschaft infrage.
Für dich zusammengefasst:
Gold bleibt für Zentralbanken ein zentraler Schutz in unsicheren Zeiten. Laut einer neuen Umfrage des World Gold (Goldkurs) Council wollen so viele Reserveverwalter wie noch nie ihre Bestände ausbauen.
Demnach erwarten 45 Prozent der Befragten, dass ihre Institutionen in den kommenden zwölf Monaten mehr Gold kaufen werden. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. An der jährlichen Umfrage nahmen 74 Zentralbanken teil.
Die Mehrheit bleibt allerdings vorsichtig. 54 Prozent der Befragten rechnen mit unveränderten Beständen. Nur ein Prozent erwartet sinkende Goldreserven.
Der jüngste Preisrückgang hat die Haltung der Notenbanken offenbar kaum verändert. Shaokai Fan, Leiter des Zentralbankbereichs beim World Gold Council, sagte, Zentralbanken blieben an Gold interessiert. Der Rückgang beim Preis habe daran nichts geändert.
Nach der Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran über eine Beendigung des Konflikts und die Wiederöffnung der Straße von Hormus zog Gold am Montag leicht an.
Die Beratungsfirma Metals Focus rechnet laut Reuters zwar damit, dass die Goldnachfrage der Zentralbanken 2026 gemessen an der Tonnage um 15 Prozent unter dem Vorjahr liegen wird. Sie dürfte aber weiter über dem Niveau von vor 2022 bleiben. Damit bleibt die Nachfrage der Notenbanken ein wichtiger Stützungsfaktor für den Markt.
Die Umfrage zeigt, wie breit Gold inzwischen in den Reserven verankert ist. 93 Prozent der befragten Zentralbanken halten bereits Gold. Im Vorjahr waren es 81 Prozent.
Als wichtigsten Grund nannten 90 Prozent der Befragten die starke Entwicklung des Edelmetalls in Krisenzeiten. Auch langfristiger Werterhalt und breitere Streuung der Reserven spielten eine wichtige Rolle. Besonders Zentralbanken aus Schwellen- und Entwicklungsländern sehen Gold als Schutz gegen geopolitische Risiken.
Auch bei der Lagerung ändert sich etwas. Neun Prozent der Befragten erhöhten in den vergangenen zwölf Monaten ihre Goldbestände im eigenen Land. Zehn Prozent streuten ihre Lagerorte im Ausland stärker. Die Bank of England bleibt laut World Gold Council der beliebteste Lagerplatz außerhalb des eigenen Landes.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte eine Analyse der Makrostrategin Lyn Alden. Sie stellte das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten nicht in Dollar, sondern in Unzen Gold dar. Auf X erklärte sie, die Grafik sehe dramatisch aus, wenn man die Wirtschaftsleistung in Gold statt in Dollar (Dollarkurs) messe.
Laut der von Alden geteilten Grafik fiel der Wert auf etwa sieben Milliarden Unzen Gold. Damit liegt er auf einem der niedrigsten Stände seit mehr als 100 Jahren. In den frühen 1970er-Jahren lag der Wert noch bei fast 30 Milliarden Unzen. Um die Jahrtausendwende erreichte er fast 39 Milliarden Unzen.

Die Auswertung zeigt, wie stark der Goldpreis das nominale Wachstum der Vereinigten Staaten überholt hat. In Dollar wirkt die Wirtschaft langfristig deutlich größer. In Gold gerechnet sieht das Bild erheblich schwächer aus.
Für Anleger bleibt die Botschaft klar. Gold ist nicht nur ein Krisenmetall für Privatinvestoren. Auch Zentralbanken setzen weiter darauf. Sie suchen Schutz vor geopolitischen Risiken, Inflation und Währungsverlusten.
Autor: Nicolas Ebert, sbh-Redaktion/neb
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6 Kommentare
Interesting update on US-BIP auf Tiefstand? In Gold gerechnet sieht es dramatisch aus. Looking forward to seeing how this develops.
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