Zwei Botschaften, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen: Knorr-Bremse steigerte im dritten Quartal 2026 seinen freien Cashflow deutlich und hebt seine Jahreserwartung an das obere Ende der Prognose an. Zugleich blieb der Auftragseingang der Bahnsparte spürbar hinter dem zurück, was Analysten erwartet hatten.
WKN KBX100 · ISIN DE000KBX1006
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 28. Oktober 2026
Der Rückstand in der Rail-Division trifft Aktionäre zunächst ins Auge: Wer auf einen anhaltend starken Orderstrom aus dem Bahngeschäft gesetzt hatte, bekommt eine Delle. Allerdings nennt das Unternehmen konkrete Gründe und erwartet im laufenden Quartal eine teilweise Aufholung.
Auftragseingang der Bahnsparte unter Plan
Der gesamte Auftragseingang belief sich im dritten Quartal auf rund 2,05 Milliarden Euro, verglichen mit einer Analystenerwartung von 2,16 Milliarden Euro. Den Unterschied verursachte fast vollständig die Rail-Division mit rund 1,05 Milliarden Euro gegenüber einem Konsensus von 1,18 Milliarden Euro. Die Truck-Division übertraf mit rund 1,02 Milliarden Euro ihre Erwartung von 0,99 Milliarden Euro.
Knorr-Bremse führt das Minus bei der Bahnsparte auf zwei Faktoren zurück: Kundenaufträge im Volumen von rund 80 Millionen Euro wurden zeitlich verschoben; mit deren Vergabe rechnet das Unternehmen innerhalb der nächsten sechs Monate. Hinzu kommt ein europäisches Projekt, das Knorr-Bremse aus Renditeerwägungen nicht weiterverfolgte. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen einen Rail-Auftragseingang von rund 1,2 Milliarden Euro.
Cashflow und Marge im Rahmen
Der freie Cashflow lag bei rund 238 Millionen Euro und damit rund 50 Prozent über dem Wert des dritten Quartals 2025, der bei 159 Millionen Euro gelegen hatte. Der Umsatz erreichte rund 2,05 Milliarden Euro, die Analystenerwartung lag bei 2,09 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern betrug rund 299 Millionen Euro, verglichen mit einer Konsensusprognose von 304 Millionen Euro. Die operative EBIT-Marge von rund 14,6 Prozent entsprach genau dem Analystenmedian. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,09 Euro, die Erwartung hatte bei 1,17 Euro gelegen.
Jahresprognose bestätigt und präzisiert
Knorr-Bremse hält an der Umsatzerwartung von 8,1 bis 8,3 Milliarden Euro fest und bekräftigt die operative EBIT-Marge von 14,0 bis 14,5 Prozent sowie einen freien Cashflow von 750 bis 850 Millionen Euro. Neu ist die Einschätzung, dass sowohl der Umsatz als auch der freie Cashflow jeweils am oberen Ende dieser Bandbreiten landen sollen.
Die Aktie schloss am Tag der Mitteilung bei 96,30 Euro und gab damit gegenüber dem Vortag rund ein Prozent nach. Die vollständigen Quartalszahlen sollen am 29. Oktober 2026 folgen – dann wird sich zeigen, ob der verschobene Rail-Auftragseingang im laufenden Quartal tatsächlich nachkommt.
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