Rund 60 Prozent seines Konzernumsatzes macht Fielmann in Deutschland. Genau dort kaufen die Verbraucher gerade zurückhaltend: Das Konsumklima verharrt auf niedrigem Niveau, die wirtschaftliche Erholung lässt auf sich warten. Für den Hamburger Optikkonzern hat das spürbare Folgen.
WKN 577220 · ISIN DE0005772206
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 21. August 2026
Wer die Aktie hält, muss mit einem schwächeren Jahr rechnen als bisher erwartet. Der Vorstand hat sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnerwartung nach unten korrigiert – und weitet gleichzeitig die Prognosespanne. Fielmann begründet die Anpassung mit der anhaltenden Konsumzurückhaltung in Deutschland.
Fielmann erwartet nun einen Konzernumsatz zwischen 2,50 und 2,55 Milliarden Euro, nachdem zuvor 2,55 bis 2,60 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Das entspricht einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von zwei bis fünf Prozent; die alte Prognose hatte fünf bis sieben Prozent vorgesehen.
Auf der Ertragsseite erwartet der Vorstand nun eine bereinigte EBITDA-Marge – also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Verhältnis zum Umsatz – von 22 bis 23 Prozent, nach zuvor rund 23 Prozent. In absoluten Zahlen entspricht das einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 560 bis 580 Millionen Euro, gegenüber einer früheren Erwartung von 590 bis 610 Millionen Euro. Die bereinigte Marge auf Ergebnisebene vor Steuern sieht der Vorstand nun bei rund 12 Prozent, nachdem zuvor 12 bis 13 Prozent geplant waren.
Die Kostenbasis habe sich verbessert, und das Unternehmen halte an seiner Kostendisziplin fest, so Fielmann. Dadurch sollen die Auswirkungen des geringeren Umsatzwachstums auf die Profitabilität weitgehend abgefedert werden.
Die Aktie schloss am Tag nach der Mitteilung bei 39,05 Euro und gab damit gegenüber dem Vortag rund 6,6 Prozent nach.
Für das zweite Halbjahr erwartet der Vorstand eine Beschleunigung des Umsatzwachstums. Als Treiber nennt Fielmann die verstärkte Expansion, zusätzliche Personalkapazitäten und Produktivitätssteigerungen. Die internationalen Märkte liefern einen zunehmend positiven Beitrag und sollen die Abhängigkeit vom deutschen Heimatmarkt mittelfristig verringern.
Den Halbjahresbericht für 2026 will Fielmann am 27. August vorlegen. Dann dürfte sich zeigen, wie groß der Abstand zwischen den Märkten innerhalb und außerhalb Deutschlands tatsächlich geworden ist.
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