Geringere Anbauflächen bei Zuckerrüben und Mais haben den Umsatz der KWS Gruppe im Geschäftsjahr 2025/2026 belastet. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Währungs- und Portfolioeffekte, schrumpfte er um ein Prozent; in absoluten Zahlen gingen die Erlöse um drei Prozent auf 1,63 Milliarden Euro zurück. Die Profitabilität hat das Unternehmen dabei behauptet.
WKN 707400 · ISIN DE0007074007
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 22. September 2026
Das Ergebnis je Aktie stieg von 4,24 auf 4,80 Euro. Getragen wurde das vor allem von einem deutlich besseren Finanzergebnis, das sich von minus 35,4 Millionen auf plus 1,1 Millionen Euro verbesserte – hauptsächlich weil das Beteiligungsergebnis von deutlich negativem in positives Terrain drehte. Der Vorstand will gemeinsam mit dem Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 1. Dezember 2026 eine Dividendenerhöhung auf 1,30 Euro je Aktie vorschlagen, nach 1,25 Euro im Vorjahr.
Sondereffekte und bereinigte Marge
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – das EBITDA – sank leicht auf 343,1 Millionen Euro, die entsprechende Marge stieg marginal auf 21,1 Prozent. Allerdings enthielt das Ergebnis einen positiven Sondereffekt von 29,0 Millionen Euro aus dem Verkauf von Lizenzrechten im Zusammenhang mit dem abgestoßenen nordamerikanischen Maisgeschäft. Bereinigt um diesen Effekt sowie einen Vorjahressondereffekt ergibt sich eine Marge von 19,3 Prozent, nach 20,4 Prozent im Vorjahr. Negative Währungseffekte von rund 14 Millionen Euro sowie eine Rückstellung für ein Rechtsrisiko im mittleren einstelligen Millionenbereich belasteten das Ergebnis zusätzlich.
Auffällig ist die Entwicklung der Bilanz: Die Nettoverschuldung sank von 61,6 Millionen Euro auf 8,7 Millionen Euro und ist damit nahezu vollständig abgebaut. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 61,2 Prozent. Der freie Cashflow blieb stabil auf Vorjahresniveau.
Segmente im Überblick
Das mit Abstand größte Segment Zuckerrüben erzielte trotz deutlich gesunkener Anbauflächen auf vergleichbarer Basis annähernd stabilen Umsatz; in absoluten Zahlen gingen die Erlöse leicht auf 854,2 Millionen Euro zurück. KWS baute seine weltweite Marktführerschaft bei Zuckerrüben weiter aus, und der Anteil der Produktinnovationen CONVISO SMART und CR+ am Segmentumsatz wuchs auf rund 63 Prozent.
Im Segment Mais sank der Umsatz auf 433,6 Millionen Euro, während das EBITDA durch den genannten Lizenzerlös deutlich zulegte. Der Marktanteil im europäischen Maismarkt stieg auf 13 Prozent, nach elf Prozent im Vorjahr. Das Segment Getreide hielt den Umsatz nahezu stabil; Raps legte dabei deutlich zu, während Roggen, Weizen und Gerste rückläufig waren.
Das Gemüsesegment verbuchte einen Umsatzrückgang auf 67,5 Millionen Euro, vor allem weil das Asiengeschäft eine hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr hatte. Das EBITDA im Gemüsesegment war planmäßig negativ, weil KWS dort gezielt Züchtung und Vertrieb aufbaut.
Ausblick auf das neue Geschäftsjahr
Für das Geschäftsjahr 2026/2027 erwartet KWS unter der Voraussetzung sich erholender Agrarmärkte ein organisches Umsatzwachstum von rund drei Prozent. Die EBITDA-Marge soll zwischen 19 und 20 Prozent liegen – damit bewegt sich die Prognose im Rahmen der mittelfristigen Ziele des Unternehmens. Für das Gemüsesegment plant KWS im neuen Geschäftsjahr die Kommerzialisierung aller Gemüsearten.
Die KWS-Aktie schloss am Tag vor der Veröffentlichung bei 78,60 Euro und legte damit gegenüber dem Vortag rund 1,7 Prozent zu. Ob die bereinigt gesunkene Marge oder die nahezu schuldenfreie Bilanz bei Investoren stärker wiegt, dürfte die Reaktion in den kommenden Handelstagen zeigen.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

