Verbrauchsmaterialien liefern bei Sartorius das stabilste Wachstum, und das Instrumentengeschäft zieht nach. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres erhöhte der Göttinger Life-Science-Konzern seinen Umsatz wechselkursbereinigt um 8,1 Prozent – gemessen am operativen Umsatz vor den Kundenkompensationen für US-Zollrückzahlungen. Die Jahresprognose steht.
WKN 716563 · ISIN DE0007165631
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 22. Oktober 2026
Eine spürbare Aufwertung enthält die präzisierte Erwartung für die kleinere Laborsparte: Deren Wachstum wird nun um das obere Ende der Bandbreite von vier bis sechs Prozent erwartet, früher galt nur die obere Hälfte. Das ist eine festere Aussage als bisher und zeigt, dass die Dynamik dort stärker ausfällt als ursprünglich eingeplant.
Umsatz und Marge
Der Konzernumsatz betrug in den ersten neun Monaten 2.737 Millionen Euro. Einschließlich der Kundenkompensationen für US-Zölle – sie beliefen sich nach neun Monaten auf rund 31 Millionen Euro – lag das nominale Wachstum bei 4,9 Prozent. Die US-amerikanische Region war von diesem Effekt am stärksten betroffen und erzielte ohne Kompensation ein wechselkursbereinigtes Wachstum von 8,4 Prozent.
Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation blieben auf bereinigter Basis 828 Millionen Euro übrig – das operative EBITDA –, ein Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 30,2 Prozent. Positive Volumen- und Skaleneffekte überwogen dabei dämpfende Produktmixeffekte und Investitionen in Wachstumsinitiativen. Das bereinigte Periodenergebnis erhöhte sich auf 260 Millionen Euro, der bereinigte Gewinn je Stammaktie auf 3,76 Euro.
Sparten im Detail
Die Sparte Bioprocess Solutions, die rund 80 Prozent des Konzernumsatzes beisteuert, erzielte einen Umsatz von 2.213 Millionen Euro. Das operative, wechselkursbereinigte Wachstum vor Zolleffekten betrug 8,1 Prozent. Die Spartenmarge stieg auf 32,3 Prozent, nach 31,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Die kleinere Sparte Lab Products & Services kam auf 524 Millionen Euro Umsatz, ein operatives wechselkursbereinigtes Wachstum von 8,3 Prozent vor Zolleffekten. Der im Juli 2025 übernommene Mikrogewebe-Spezialist MATTEK steuerte 1,9 Prozentpunkte zum Spartenwachstum bei. Die Marge hielt das Vorjahresniveau von 21,7 Prozent.
Cashflow und Bilanz
Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit wuchs um 9,9 Prozent auf 562 Millionen Euro. Da gleichzeitig die Investitionen auf 262 Millionen Euro zurückgingen – nach 305 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum –, stieg der freie Cashflow überproportional auf 310 Millionen Euro. Das Verhältnis aus Nettoverschuldung und operativem EBITDA der vergangenen zwölf Monate – der dynamische Verschuldungsgrad – sank weiter auf 3,33, nach 3,55 zum Jahresende 2025.
Die Vorzugsaktie schloss am Tag der Mitteilung bei 273,50 Euro und legte damit gegenüber dem Vortag rund 4,7 Prozent zu.
Prognose und Struktur
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Vorstand ein operatives wechselkursbereinigtes Wachstum um den Mittelpunkt der Bandbreite von fünf bis neun Prozent für den Konzern. Einschließlich der Zolleffekte und Kundenkompensationen – die den Konzernumsatz um bis zu 40 Millionen Euro gegenüber den ursprünglichen Annahmen reduzieren könnten – liegt die Erwartung in der unteren Hälfte dieser Bandbreite. Die Konzernmarge soll auf etwas über 30 Prozent steigen, der Verschuldungsgrad auf etwas über 3 sinken.
Ab dem 1. Januar 2027 ändert Sartorius seine Berichtsstruktur: Die bisherigen Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services werden durch die Segmente Bioprocessing Solutions und Research Solutions ersetzt. Gleichzeitig übernimmt Dr. Alexandra Gatzemeyer konzernweit den Vertrieb und das Marketing, Dr. René Fáber die Verantwortung für Forschung, Entwicklung und Produktion. Wie das Unternehmen erläuterte, soll die neue Struktur die externe Berichterstattung enger an die interne Organisation knüpfen. Die Jahreszahlen für 2026 folgen am 23. Februar 2027.
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